Was kostet der Betrieb eines Gästehauses?
Mieteinnahmen sind nur eine Seite der Rechnung.
Ein Gästehaus kann im Jahr Buchungen über 12.000 € erzielen – das heißt aber nicht, dass dem Eigentümer 12.000 € bleiben.
Der Betrieb eines Gästehauses bringt eine Reihe laufender Kosten mit sich. Manche liegen auf der Hand, andere werden bei der Kalkulation möglicher Einnahmen leicht übersehen.
Die wichtigsten Betriebskosten
Die genauen Kosten hängen von der Unterkunft und ihrer Betreuung ab. Typische Ausgaben sind:
- Reinigung und Wäsche
- Strom und Heizung
- Wasser
- Internet
- Versicherung
- Instandhaltung und Reparaturen
- Gebühren der Buchungsplattform
- Verbrauchsmaterialien
- Steuern und Buchhaltung
Nicht jede Unterkunft hat dieselben Ausgaben, und manche Kosten lassen sich senken, indem Sie Teile des Betriebs selbst übernehmen.
Reinigung kann ein großer Kostenfaktor sein
Kurzzeitvermietung bedeutet in der Regel, dass die Unterkunft zwischen zwei Gästen gereinigt werden muss.
Übernehmen Sie die Reinigung selbst, sind die finanziellen Kosten relativ gering – dafür braucht es Zeit.
Wird die Reinigung ausgelagert, lassen sich die Kosten leichter kalkulieren, sie schmälern aber direkt die Einnahmen jeder Buchung.
Dasselbe gilt für Wäsche, das Nachfüllen von Verbrauchsmaterialien und die Vorbereitung der Unterkunft für die nächsten Gäste.
Nebenkosten und Instandhaltung
Heizung, Strom und Wasser sind wiederkehrende Kosten, die ins Gewicht fallen können – besonders in kälteren Regionen oder bei größeren Gebäuden.
Die Instandhaltung ist weniger vorhersehbar.
Ein Gästehaus braucht vielleicht monatelang nur die übliche Pflege und dann plötzlich eine Reparatur oder ein Ersatzteil.
Deshalb ist es sinnvoll, in jeder Kalkulation eine Instandhaltungsrücklage einzuplanen, statt davon auszugehen, dass keine unerwarteten Kosten anfallen.
Plattform- und Verwaltungsgebühren
Buchungsplattformen für Kurzzeitvermietung erheben je nach Plattform und Vermietungsmodell Gebühren für Buchungen.
Wer eine Hausverwaltung beauftragt, zahlt zudem Verwaltungsgebühren für Leistungen wie Gästekommunikation, Koordination der Reinigung und Administration.
Es ist nichts falsch daran, diese Aufgaben auszulagern.
Wichtig ist nur, die Kosten bei der Berechnung der tatsächlichen Rendite zu berücksichtigen.
Bruttoeinnahmen sind nicht Ihr Einkommen
Ein einfaches Beispiel:
Ein Gästehaus erzielt:
12.000 € Mieteinnahmen im Jahr
Betragen die Betriebskosten insgesamt 3.000 €, bleiben vor Finanzierung und Steuern:
9.000 €
Lagern Sie mehr vom Betrieb aus, können die Kosten weiter steigen.
Deshalb ist die Frage, wie viel ein Gästehaus einbringen kann, nur der Anfang.
Aufschlussreicher ist die Frage, wie viel übrig bleibt, nachdem die Unterkunft ihre laufenden Kosten gedeckt hat.
Wie viel sollten Sie einplanen?
Einen allgemeingültigen Prozentsatz für jedes Gästehaus gibt es nicht.
Eine kleine, effiziente Unterkunft, die der Eigentümer selbst betreut, kann relativ niedrige Betriebskosten haben.
Eine Unterkunft mit häufigen Gästewechseln, ausgelagerter Reinigung, hohem Heizbedarf und professioneller Verwaltung kann eine deutlich höhere Kostenstruktur haben.
Am besten schätzen Sie deshalb jeden Kostenpunkt einzeln.
Beginnen Sie mit den erwarteten Jahreseinnahmen und ziehen Sie dann realistische Betriebskosten ab.
Erst danach sollten Sie Finanzierung, Steuern und die ursprüngliche Investition betrachten.
Fazit
Ein Gästehaus muss im Betrieb nicht teuer sein, aber die Kosten sollten Sie nicht ignorieren.
Reinigung, Nebenkosten, Instandhaltung, Versicherung und Plattformgebühren können einen erheblichen Unterschied zwischen attraktiv wirkenden Mieteinnahmen und dem tatsächlichen Einkommen ausmachen.
Die gute Nachricht: Viele dieser Kosten sind gut planbar.
Sobald Sie die voraussichtlichen Betriebskosten einer bestimmten Unterkunft kennen, fällt die Entscheidung, ob sich die Investition lohnt, deutlich leichter.
