Kann ein Gästehaus 1.000 € im Monat einbringen?
Ein Gästehaus kann mehr sein als eine Unterkunft für Familie und Freunde. Am richtigen Standort kann es auch zu einer lohnenden Quelle für Zusatzeinkommen werden.
Aber sind 1.000 € im Monat realistisch?
Die einfache Antwort: Ja, das ist möglich. Und die Rechnung ist überraschend einfach.
Bei einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 100 € brauchen Sie:
100 € × 10 Nächte = 1.000 €
Aufs Jahr gerechnet sind das 120 gebuchte Nächte für 12.000 € Bruttomieteinnahmen.
Das heißt nicht, dass jedes Gästehaus dieses Ziel erreicht. Standort, Nachfrage, Preis, Saison und Betriebskosten spielen alle eine Rolle. Gemessen an der nötigen Auslastung ist das Ziel aber keineswegs besonders hoch.
Wie viele Nächte brauchen Sie?
Der Übernachtungspreis macht einen großen Unterschied:
- 80 € pro Nacht: 13 Nächte im Monat
- 100 € pro Nacht: 10 Nächte im Monat
- 125 € pro Nacht: 8 Nächte im Monat
Bei 100 € pro Nacht entsprechen 120 gebuchte Nächte einer durchschnittlichen Auslastung von rund 33 % übers Jahr.
In der Praxis verteilen sich Buchungen selten gleichmäßig. Ein Gästehaus kann im Sommer und in den Ferien gut gebucht sein, während ruhigere Monate weniger bringen. Sinnvoller als jeden Monat genau 1.000 € zu erwarten, ist deshalb der Blick auf die Jahressumme.
Wovon hängen die Einnahmen ab?
Standort
Der Standort ist einer der wichtigsten Faktoren.
Ein Gästehaus in der Nähe eines Sees, der Küste, eines Skigebiets, eines Nationalparks oder einer beliebten Wanderregion kann Gäste anziehen, die gezielt einen ruhigen Rückzugsort suchen.
Es muss nicht in einer Großstadt liegen. Für manche Gäste ist gerade die Natur rundherum der Grund für die Buchung.
Übernachtungspreis
Der richtige Preis hängt von der Unterkunft und dem Erlebnis ab, das sie bietet.
Ein einfaches Gästehaus in einer Gegend mit geringer Nachfrage braucht womöglich mehr gebuchte Nächte, um auf 12.000 € zu kommen. Eine gut gestaltete Unterkunft mit eigener Sauna, Außenbereich oder reizvoller Naturlage kann dagegen höhere Preise verlangen.
Gäste zahlen nicht nur für Quadratmeter. Sie zahlen auch für das Erlebnis.
Auslastung
Bei 100 € pro Nacht ergeben 120 Nächte 12.000 € Bruttoeinnahmen im Jahr.
Das können ein paar gebuchte Nächte pro Woche sein – eine durchgehende Belegung ist nicht nötig.
Die entscheidende Frage ist also nicht, ob sich das Gästehaus jede Nacht vermieten lässt, sondern ob Standort und Unterkunft übers Jahr verteilt verlässlich genug Buchungen anziehen.
Umsatz ist nicht Gewinn
12.000 € Mieteinnahmen im Jahr bedeuten nicht 12.000 € Gewinn.
Mögliche Kosten sind:
- Reinigung und Wäsche
- Strom, Heizung und Wasser
- Internet
- Instandhaltung und Reparaturen
- Versicherung
- Gebühren der Buchungsplattform
- Steuern
Das tatsächliche Ergebnis hängt davon ab, wie die Unterkunft betrieben wird. Wer Reinigung, Gästekommunikation und Instandhaltung selbst übernimmt, hat eine andere Kostenstruktur als jemand, der alles auslagert.
Auch die steuerliche Behandlung unterscheidet sich von Land zu Land. Mieteinnahmen und steuerpflichtiger Gewinn sind daher nicht dasselbe.
Unsere eigene Erfahrung
Wir haben selbst ein Gästehaus zu rund 100 € pro Nacht vermietet und damit mehr als 12.000 € im Jahr an Mieteinnahmen erzielt.
Das heißt nicht, dass sich dasselbe Ergebnis überall erwarten lässt. Nachfrage und Preise unterscheiden sich von Standort zu Standort erheblich.
Es zeigt aber, dass schon eine relativ kleine Zahl gebuchter Nächte ein spürbares Zusatzeinkommen schaffen kann – wenn die Unterkunft gut positioniert ist und die Betriebskosten überschaubar bleiben.
Zudem muss ein Gästehaus nicht ausschließlich vermietet werden. Wenn es nicht belegt ist, steht es für Familie und Freunde, eigene Ferien oder andere Zwecke zur Verfügung.
Sind 1.000 € im Monat realistisch?
Das können sie sein.
Bei 100 € pro Nacht braucht es 120 gebuchte Nächte im Jahr. Das ist ungefähr ein Drittel des Jahres.
Die Herausforderung liegt nicht unbedingt in einer hohen Auslastung, sondern darin, die richtige Kombination aus Standort, Preis, Unterkunft und Nachfrage zu finden.
Ein Gästehaus ist kein vollständig passives Einkommen. Gut organisiert kann es aber eine Zusatzeinnahme mit relativ wenig Aufwand werden.
Und das ist vielleicht das Spannendste daran: Sie müssen es nicht jede Nacht vermieten, damit die Rechnung aufgeht.
FAQ
Wie viele Nächte braucht man für 1.000 € im Monat?
Bei 100 € pro Nacht brauchen Sie im Durchschnitt 10 gebuchte Nächte im Monat. Bei 125 € pro Nacht sind es 8.
Sind 12.000 € Mieteinnahmen dasselbe wie Gewinn?
Nein. Reinigung, Nebenkosten, Instandhaltung, Plattformgebühren, Versicherung und Steuern schmälern den Betrag, der nach Abzug der Ausgaben übrig bleibt.
Braucht ein Gästehaus eine hohe Auslastung, um 1.000 € im Monat einzubringen?
Nicht unbedingt. Bei 100 € pro Nacht reichen 120 gebuchte Nächte im Jahr für 12.000 € Bruttojahreseinnahmen – das entspricht einer Auslastung von rund 33 % übers Jahr.
